Man on a Mission! 3, 2, 1!

Es begab sich am Freitag, dass mir bewusst wurde, dass Sonntag nichts größeres anliegt und ich beschloss, dass das doch eine gute Gelegenheit wäre mal wieder ein bisschen was aufwendigeres zu grillen. Also ging es Freitag erstmal los mit der Suche nach Ideen. Mir wurde schnell klar, dass mein letzter Ribs Versuch zum einen bereits einige Zeit her war, zudem waren es keine klassischen 3-2-1 Ribs und darüber hinaus wollte mein frisch erstandenes Zubehör vom alten Schweden auch mal eingeweiht werden. Der Plan stand also. Zu Hause angekommen wurden schnell die nötigen Zutaten erfasst. Magic Dust war noch genug da, alle Zutaten für eine BBQ Sauce zum Glasieren ebenfalls. Fehlten also nur die Ribs und der Apfelsaft für Phase 2. Auf Grund des anstehenden Deutschland-Spiels beschloss ich die Dinge am Samstag früh zu kaufen…

Wie ich am Samstag herausfinden sollte wäre es eine grandiose Idee gewesen die Ribs beim Metzger des Vertrauens telefonisch zu reservieren. Aber hey, wir haben doch hier jede Menge Metzger. Nachdem Metzger #1 mir mitteilte, dass sie ab Montag Betriebsferien machen und eigentlich nichts mehr haben und mir Metzger #2 unbedingt „Dicke Rippe“ verkaufen wollte wurde ich langsam skeptisch. Auf zu Metzger #3, auf dem Weg dahin fiel mir ein weiterer Fleischfachverkäufer auf, leider ebenso erfolgreich wie die Kollegen #1 und #2. Bei der eigentlichen Nummer 3 angekommen lachen mich bereits fertig marinierte Spare Ribs in der Auslage an, also frag ich als ich dran bin nach den nicht marinierten die sie ja sicher noch „hinten“ irgendwo hätten. Weit gefehlt in der „Servicewüste“ Deutschland wird mir preußischer Präzision jede Rippe sofort mit der Marinade von der Stange versehen damit ihr nicht kalt wird, oder so. Erste Depressionen machen sich breit. Alternativplan! Gefüllte Putenbrust im Speckmantel! „Haben Sie natur Putenbrust?“ – „ja hier vorne“ – „Auch größere Stücke als diese 200g Häppchen?“ – „Leider nein, die sind alle zugeschnitten“. Natürlich sind die alle Zugeschnitten, da in einer Handelsüblichen Deutschen Küche ja keine Messer vorhanden sind. Messer, Gabel, Schere, Licht…. Zurück ins Auto, eine Stunde Fahrerei, vier Metzger haben keine Ribs. Ein Gedanke schießt mir durch den Kopf, aber mein ethisches Empfinden schiebt ihn beiseite. Engelchen (Ethik) und Teufelchen (der Griller im Manne) kämpfen um den Gedanken. „Fleisch bei EDEKA kaufen“. Kurze Zeit später sehe ich mich vor dem genannten Etablissement einen Parkplatz suchen. Einige Minuten später nenne ich mich vier Racks Schälrippen reicher und dafür fast 18€ ärmer. Naja ohne Licht kein Schatten.

Endlich kann ich zu Hause mit der Vorbereitung der Ribs anfangen. Nachdem die Racks gewaschen sind wird als erstes die Silberhaut auf der Innenseite entfernt. Diese lässt sich bei den vorliegenden Exemplaren jedoch erstaunlich gut mit einem Zug abtrennen. Als nächstes kommt die bereits weiter oben erwähnte Schicht des Magic Dust (Rub = Trockenmarinade). Danach gibt’s für jedes Rack ein neues Kleid aus Frischhaltefolie und 24 Stunden Klimaanlage Deluxe bei 7°C.

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Sonntag 12:30 Uhr:

Da Sara etwas länger mit Ihrer Schwester unterwegs ist und wir vereinbart haben, dass es das Essen um 20 Uhr geben soll nehme ich die Kollegen Rippen schonmal eine Stunde vor Takeoff aus der Kühlung.

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13:00 Uhr

Vorbereitung des Grills. Wie bereits erwähnt kommt immer noch Schwiegerpapa’s Broil Kind Monarch zum Einsatz. Zunächst werde die Grillroste gereinigt, die Smokerbox mit Hickory geladen (halb gewässert, halb trocken) und dann der linke Brenner auf Minimalstellung gebracht.

13:30 Uhr

Ich kalkuliere 6 Stunden reine Grillzeit und ca. 30 Minuten Zeit für die Phasenwechsel. Demnach kommen die Ribs also nun auf den Grill. Und bereits jetzt sehen die kleinen durch den bereits eingezogenen Rub zum Anbeißen aus.

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16:15 Uhr

Kurz vor Ende der Phase 1 werden ein Liter naturtrüber Apfelsaft und 250 ml Apfelessig gemischt und auf dem Seitenbrenner erhitzt. Somit kann der Dampf der Flüssigkeit in Phase 2 direkt loslegen.

16:30 Uhr

Die Ribbchen kommen aus dem IKEA Halter direkt in die IKEA Schale, schwebend über einem Apfelsee. Das ganze wird möglichst Luftdicht mit zwei Schichten Alufolie versiegelt und geht für weitere zwei Stunden über die Flamme.

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18:40 Uhr

Phase 2 ist beendet. Ich bin gespannt wie dicht die Alufolie war und ob noch Flüssigkeit da ist. Nach dem Entfernen der Alufolie betören mich Dampf und Geruch gleichermaßen. Wow, wenn die so schmecken wie sie aussehen, hat sich’s echt gelohnt. Für die letzte Stunde gehen die Ribs wieder auf den Grillrost und werden dabei zweimal (Abstand 30 Min) mit BBQ Sauce glasiert (selfmade „Smokin in the Mountain“ von www.usa-kulinarisch.de).

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19:50 Uhr

Sara ist wieder da und die Rippchen so wie die handgeknüpften Pommes sind fertig. Ok, Eigenlob stinkt aber optisch habe ich mir die Kameraden schon mal genauso vorgestellt.

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Und was soll ich sagen auch der Geschmack war einsame Spitze. Gleiches gilt auch für die Konsistenz. Das Fleisch fiel nur so von den Knochen. Was soll das nur geben, wenn man noch gutes Fleisch hat. Müde, glücklich und überfressen endet als ein weiterer Grill-Sonn-tag.

Flame on!

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